20. Januar 2019

Strudel – Hauchzart und saftig

Nicht nur zuhause sondern auch auf der Piste beim „Einkehrschwung“ kommen warme Strudel mit Apfel- oder Quarkfüllung gut an. Die „Erfindung“ der gewickelten Mehlspeise wird den Habsburgern zugeschrieben. Ein Beleg dafür ist ein Rezept aus dem Jahr 1696.

Übung macht den Meister

Strudelteig besteht zwar lediglich aus 3 Zutaten, ist allerdings etwas knifflig in der Verarbeitung. Hat man den Dreh aber erst raus, ist man nicht mehr zu stoppen!

Für einen echten, österreicher Strudel benötigt man 300 g Mehl, etwas lauwarmes Wasser sowie 4 EL Öl und verknetet alles fest miteinander. Anschließend muss der Teig eine halbe Stunde lang zugedeckt ruhen, denn nur, wenn er ausreichend Ruhe hatte, kann er hauchfein ausgezogen werden ohne zu reißen. Bevor es dann zur Sache geht, wird der Teig auf einem bemehlten Küchentuch mit einem Nudelholz zu einer flachen Platte ausgerollt. Jetzt kommt echte Handarbeit ins Spiel: man nimmt die Platte auf die Handrücken und zieht sie vorsichtig von innen nach außen mehrmals in alle Richtungen. Das kann eine Weile dauern und erfordert in der Tat etwas Übung und Fingerspitzengefühl. Erst, wenn er so dünn ist, dass man eine Zeitung durch ihn lesen könnte, legt man ihn zurück auf das bemehlte Tuch und zieht ihn noch in Form. Als nächstes wird die Füllung auf dem Teig verteilt und das ganze mit Hilfe des Tuches zu einer Rolle geformt.

Schön saftig

Spätestens jetzt, bei der Frage, wie man die lapperige Rolle auf das Backblech bekommt, wird klar, dass das Tuch der wichtigste Helfer bei der Strudelproduktion ist. Wichtig bei der Platzierung auf dem Blech ist, den Strudel mit der Naht nach unten zu legen, damit die Füllung nicht herausquillt. Bei ca. 200 ° (Umluft 175 °) wird die Rolle dann ca. 30-40 Minuten gebacken und immer wieder mit zerlassener Butter bestrichen – dadurch wird sie wunderbar knusprig und saftig.

Herzhaft oder süß

Unseren Klassiker, den Apfelstrudel mit gehackten Nüssen, Rosinen und Zimt servieren wir am liebsten warm mit einer Vanillesoße. Aber das kommt natürlich ganz auf die Füllung an. Da der Strudelteig neutral ist, kann er mit allen denkbaren Füllungen gemacht werden und ist ganz Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Für süße Strudel kann statt Äpfel praktisch auch jedes andere Obst verwendet werden. Sehr beliebt ist eine Füllung aus Quark und Rosinen. Aber es geht auch herzhaft mit Gemüse, Linsen, Süßkartoffel, Spinat und allem was das Herz begehrt. Für alle, die Lust auf frisch gebackenen Strudel, aber nicht viel Zeit haben, empfehlen wir fertigen Blätter- oder Filoteig.

Haben Sie eine Lieblingsfüllung?
Dann schreiben Sie uns, wir freuen uns über Ihren Kommentar.