11. Dezember 2018

Ein Hoch auf den Holunder | Voll fruchtig #2

Trotz oder gerade in unserer modernen, durch-digitalisierten Zeit kann man immer häufiger beobachten, dass eine Rückbesinnung auf Ursprüngliches und Natürliches stattfindet. Es wird „Medien gefastet“ und Zeitschriften mit Tipps zu gesunder Ernährung schießen aus dem Boden. Man erinnert sich an Oma, die aus einfachen Zutaten leckere Dinge zauberte. Und mindestens einmal in der Woche war Mehlspeisentag: Pfannkuchen, frische Dampfnudeln oder Reisauflauf. Der Jahreszeit entsprechend wurde Obst verarbeitet und dazu serviert.

Heilpflanze der Antike

Eine aus heutiger Sicht exotische Kombination ist zum Beispiel ein Kompott aus Äpfeln und Holunderbeerensaft. Holunderbeeren findet man im Frühherbst auch heute noch praktisch an jeder Ecke. Das tolle an ihnen ist aber nicht nur ihre intensive Farbe und dass es sie quasi umsonst gibt, sie speichern auch die volle Kraft des Sommers. Reich an Vitamin C und Kalium gelten sie als reinigend für Nieren, Magen und Blut und laut „Oma“ lässt sich durch die Wunderbeere, die bereits in der Antike als Heilpflanze bekannt war, eine Grippe sogar um 2 Tage verkürzen. Allerdings müssen die Beeren gekocht werden, denn roh sind vor allem die Kerne nicht genießbar. Deswegen wird fast ausschließlich Holunderbeersaft verarbeitet. Den Saft kann man fertig kaufen oder selber herstellen. Dazu kocht man die Beeren in etwas Wasser und streicht sie anschließend durch ein feines Sieb.

Zum Nulltarif

Obwohl es „Fliederbeeren“, wie sie oft im Norden Deutschlands genannt werden, inzwischen bequem tiefgefroren in Supermärkten oder frisch auf Märkten und Hofläden zu kaufen gibt, empfielt sich trotzdem ein Spaziergang durch den Wald und über Wiesen. Nicht nur zum Sammeln der leckeren Beeren, sondern auch für ein durch Medien ungestörten Reset der Sinne zum Nulltarif. Vorrausgesetzt, man lässt das Handy zu Hause ;).

Auf den Geschmack gekommen?
Dann aufgepasst – hier kommt Omas Apfel-Holunderbeer-Kompott:


Für eine Portion schält und entkernt man zwei mittelgroße Äpfel. Am besten geeignet sind Boskop, da diese über eine angenehme Säure verfügen. Man schneidet sie in mundgerechte Stücke und kocht sie mit etwas Zucker in 250 ml Holunderbeerensaft, bis sie anfangen weich zu werden. Für einen feinen Geschmack gibt man Zitronenschale und eine Stange Zimt hinzu. Zum Schluss mit etwas Stärke eindicken. Passt hervorragend zu Crêpes, Blinis, Dampfnudeln oder Quarkbällchen.

Wie schmecken Ihnen Holunderbeeren?
Schreiben Sie uns, wir freuen uns auf Ihren Kommentar.

Das Volksfest der Superlative

Sie wissen, wovon die Rede ist? Natürlich – das Oktoberfest in München. Es fand 1810 anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese das erste mal statt – vermutlich in Erinnerung an das Scharlachrennen, das seinen Ursprung im 15. Jahrhundert hat. Somit ist das zwei Wochen dauernde Fest sicherlich nicht nur das älteste sondern mit jährlich ca. 6 Millionen Besuchern auf einer Fläche von 42 Hektar und einem Bierkonsum von 60.000 Hektoliter auch das größte weltweit. „Wer ko der ko“ denkt sich da der Bayer insgeheim …

Wirft er allerdings einen Blick über den großen Teich, muss er feststellen, dass auch in Texas, USA, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in anderen Dimensionen gefeiert wird. Mit „nur“ 3 Millionen Besucher ist das „State Fair of Texas“ zwar nicht ganz so groß wie das Münchner Oktoberfest und statt Lederhose und Dirndl sieht man dort Cowboy-Hut und Stiefel, aber in kulinarischer und unterhaltungstechnischer Hinsicht steht es ihm in nichts nach.

Etwas kleiner aber definitiv exotischer ist das „Ati Atihan“ auf den Philippinen. Dort trifft man neben 1 Millionen Besucher auf einheimische Kostüme, traditionelle Stammestänze und – Entspannung inklusive – wundervolle Strände! Ähnliche Besucherzahlen wie das Festival auf den Philippinen verzeichnet das „Stempede“ in Calgary/Kanada oder das Nottinghill Carnival in London/England.

Mag sein, dass das Oktoberfest Konkurrenz bekommen hat. Trotzallem bleibt es unvergleichlich. Und das liegt nicht nur am Starkbier, Brathendl, Riesenbreze und Lebkuchenherz für’s „Schatzerl“, sondern vorallem an der bayerischen Gemütlichkeit. Denn das haben sie drauf – im ganz großen Stil!

Für alle, die bis zum Anstich nicht warten wollen, bietet sich ein Warm-up an – mit passender Dekoration und typisch bayerischem Laugengebäck als Fingerfood bringen Sie Ihre Gäste sicher in Stimmung. Wie wäre es zum Beispiel mit Laugenschiffchen oder Laugenpralinen mit Obatzer?

Je deftiger, desto besser.
Denn wer im Oktober fest feiern will, braucht eine solide Grundlage!

Guten Appetit – und „O zapft ist“!

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