19. August 2018

Roggen – ein vielfältiges Getreide

Gesunde Ernährung ist wichtig, keine Frage. Doch die meisten Menschen wissen nicht einmal so genau, was sie eigentlich zu sich nehmen. Denn Brot ist nicht gleich Brot und Getreide ist nicht gleich Getreide.

Deswegen beschäftigen wir uns im heutigen Eintrag etwas intensiver mit dem Thema Roggen.

Roggen

Roggen

Roggen stammt aus der Region rund um das schwarze Meer und wird dort seit ca. 4000 v. Chr. angebaut. Langsam breitete sich die Pflanze als Unkraut Richtung Westen aus. Die Menschen dort haben aber sehr schnell begriffen, dass das Gewächs sehr nützlich ist, weswegen der Roggen 5000 v. Chr. in Mitteleuropa gezielt und in großem Umfang angebaut wurde. Die ausgewachsene Pflanze hat einen rundlichen Halm und kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen. Das Roggenkorn ist meist gelbbraun oder graugrün und ist 5-9 mm lang.

Dank seiner robusten Art verdrängte der Roggen andere Getreidesorten wie Gerste oder Hafer vor allem an ungünstigen Standorten. Doch trotz seiner Robustheit steht der Roggen bei den Getreidesorten weltweit an letzter Stelle. Im Zeitraum des 12. und 13. Jahrhunderts entwickelte sich der Roggen sogar zu Deutschlands wichtigstem Getreide in der Brotherstellung. In einigen Regionen war es lange Zeit verboten, Roggen zur Bierherstellung zu verwenden, damit die Brotversorgung sichergestellt war. Erst seit Anfang der 1990er Jahre gibt es In Deutschland Roggenbier zu kaufen. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland mehr Anbaufläche für Roggen als für Weizen.

Der Roggen kann sowohl im Sommer als auch im Winter angebaut werden und hält Temperaturen bis zu -25°C aus.

Roggen

Roggen

In der Ernährung wertvoll ist der Roggen deshalb, da er einen hohen Anteil an Aminosäuren aufweist. Aminosäuren sind Eiweißbausteine. Die Säure ist für den Stoffwechsel nötig und für die Speicherung der Nährstoffe verantwortlich. Zudem ist Roggen durch seinen hohen Anteil an B-Vitaminen und Nährstoffen sehr gesund, vor allem die enthaltenen Ballaststoffe regen die Verdauung an und senken einen zu hohen Cholesterinspiegel.

Brotteige aus Roggenmehl sind dennoch schwieriger zu verarbeiten, da das Roggeneiweiß keinen Kleber ausbildet, wie es bei Weizen der Fall ist. Daher benötigt Roggen den Sauerteig um backfähig zu sein.

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