18. November 2017

Wolli und der Waffel-Contest

Jedes Jahr am 25. März feiern die Schweden ihren Våffeldagen, den Waffeltag. Tatsächlich duftet es an diesem Festtag aus vielen schwedischen Küchen nach frischgebackenen Waffeln. Folgen wir doch dieser Tradition! Der Waffel-Contest im Landcafé könnte ein Anfang sein…

Waffeleisen

Waffeleisen

Geschmeidig gleitet der goldgelbe Teig vom Schöpflöffel und schmiegt sich mit einem leisen Zischen an das heiße, wabenähnliche Waffeleisen. Angeregt vom aufsteigenden Duft des warmen Waffelteiges erinnere ich mich an die Sonntagnachmittage meiner Kindheit. Damals, als sich die Familie vor der abendlichen Stallarbeit am großen Esstisch versammelte und erwartungsvoll auf das Tablett mit heißem Kaffee, frischgebackenen Waffeln und Großmutters berühmten Obstkompott wartete. Oft haben meine Schwester und ich vor dem Waffeleisen darum gestritten, wer die fertig gebackene Waffel von der Backform lösen, mit Puderzucker bestreuen und auf dem vorgewärmten Teller anrichten darf.

Torte statt Waffeln?

Später geriet diese sonntägliche Tradition leider mehr und mehr in Vergessenheit. Meine Eltern gaben den arbeitsintensiven Milchviehbetrieb auf, beinahe zeitgleich entdeckte meine Mutter ihre Leidenschaft für selbst gebackenen Kuchen und eigens hergestellte Torten. Als ich meine Ausbildung zum Bäcker und Konditor begann, tüftelten wir sonntags oft stundenlang an neuen, aufwändigen Rezeptideen. Das vergleichsweise bescheidene aber nicht weniger köstliche Waffelgebäck haben wir während dieser Zeit vollkommen aus den Augen verloren.

Einst war die Waffel ein Gebäck des Adels

Herzwaffeln

Herzwaffeln

Dabei waren Waffeln einst das bevorzugte Gebäck der feinen, anspruchsvollen Gesellschaft! Entstanden ist die Kunst des Waffelbackens bereits im 9. Jahrhundert. Die ersten Waffeln wurden in französischen und belgischen Klöstern hergestellt und waren geschmacklich kaum von Oblaten zu unterscheiden. Das änderte sich jedoch im Verlauf der nachfolgenden 400 Jahre. Welche Nation dann tatsächlich die ersten süßen Weichwaffeln gebacken hat, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Bewiesen ist jedoch, dass Waffeln lange Zeit ein Privileg der feinen, höfischen Gesellschaft waren. Erst ab dem 15. Jahrhundert wurde das süße Gebäck zunehmend häufiger auf Jahrmärkten angeboten und war schließlich als Volks- und Festtagsgebäck im gesamten mitteleuropäischen Raum verbreitet.

 

Lüticher Waffeln

Lüticher Waffeln

Waffeln backen für einen guten Zweck

Ob die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Waffel-Contestes im Landcafé ihre traditionellen Waffelrezepte ebenfalls auf die Kostprobe stellen und verfeinern? Ich jedenfalls bin mit meinem Testergebnis zufrieden und werde original Lütticher Kakaowaffeln ins Rennen schicken. Dabei hoffe ich nicht auf einen möglichen Sieg sondern vielmehr auf eine hohe Besucherzahl. Denn von der Höhe der Einnahmen aus dem Getränke- und Waffelverkauf hängt ab, wie viele neue Spielgeräte für den Dorfkindergarten gekauft werden können.

 

Herzhaft oder klassisch: Wer gewinnt den Contest?

Zuckerwaffeln

Zuckerwaffeln

Belgische Zuckerwaffeln oder saarländische Zimtwaffeln, welche Kreation wird den Wettbewerb im Landcafé gewinnen? Insgesamt neun unterschiedliche Waffeltypen sind auf dem Contest vertreten, darunter auch selbstgebackene Neapolitaner Waffeln oder original niederländische Stroopwafels, besser bekannt als Sirupwaffeln. Schwäbische Schinkenwaffeln, herzhafte Zucchiniwaffeln oder würzige Käsewaffeln aus Finnland runden das breite Angebot ab und zeigen, wie international Waffelgebäck tatsächlich ist.

Lange Zeit bleibt es spannend, dann wählen die zehn Kinder und fünf Erwachsenen der Jury einen Klassiker, die belgischen Zuckerwaffeln mit heißen Kirschen und Schlagsahne zum Contest-Gewinner. Es ist ein verdienter Sieg.

Über Wolli

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