18. November 2017

Glücksbringer – Aberglaube oder wirken sie tatsächlich?

Vierblättrige Kleeblätter, rosa Schweinchen, lachende Kaminkehrer, blankpolierte Pfennige oder kunstvoll geschmiedete Hufeisen: Sind Glücksbringer noch angesagt? Und warum verbinden wir diese Symbole mit Glück?

Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, weiß der Volksmund und hat damit gewiss recht. Der Glücksbringer meiner Mutter dagegen ist ein schlichter, silberner Armreif, den sie als Kind von ihrer Patentante erhielt. Meine Großmutter vertraute in schwierigen Situationen auf ihren kühlen Kopf – und den blank polierten Glückstaler in ihrer Handtasche. Und ich hätte ohne meinen Talisman vermutlich bis heute keinen Führerschein.
Glücksbringer sind so individuell wie die Menschen selbst. Oft verbinden wir die außergewöhnlichen Dinge mit Glück, dazu zählen das vierblättrige Kleeblatt oder die Sternschnuppen am Nachthimmel. Aber auch Gegenstände, die an einen lieben Mitmenschen oder an ein schönes Ereignis erinnern, können zu Glücksboten werden.

Glauben versetzt Berge – Aberglauben auch

Glücksschwein

Glücksschwein

Rein wissenschaftlich ist das Glück „ein kurzweiliges, subjektives Gefühl, das in unserem Inneren entsteht und wenig von außen beeinflusst wird. Trotz dieser rationalen Erkenntnis bleiben wir unseren ausgewählten Glückbringern treu. Ein Widerspruch? Nein, denn Glücksbringer wirken tatsächlich! Zu diesem überraschenden Ergebnis kommt eine Studie, die drei Psychologen im Jahr 2005 an der Universität Köln durchführten. Für die wissenschaftliche Untersuchung ließen die Wissenschaftler 141 Studenten mehrere schriftliche Leistungs- und Konzentrationstests durchführen. Als Hilfestellung durften alle Testpersonen ihre Glücksbringer mitbringen. Die Hälfte der Gruppe musste ihre Talismane dann jedoch vor der Prüfung abgeben. Als die Studenten später über ihre Gefühle während der Prüfung berichteten, stellte sich heraus, dass die Testpersonen mit Talisman ihre Aufgaben deutlich ruhiger und konzentrierter bewältigt hatten. Auffällig war auch, dass diese Gruppe die erbrachten Prüfungsleistungen wesentlich positiver einschätzte als die Vergleichsgruppe. Nicht zu Unrecht. Die Studenten mit Glücksbringer schnitten deutlich besser ab. Später wiederholten die Wissenschaftler die Testreihe noch dreimal in jeweils leicht abgewandelter Form. In allen Versuchsreihen hatten Personen, denen ein Glücksbringer zur Seite stand, mehr Erfolg.

Hufeisen sind die ältesten Glückssymbole

Kaminkehrer

Kaminkehrer

Doch wie wurden das Hufeisen, der Kaminkehrer, das rosa Schweinchen oder die Sternschnuppe eigentlich zu Glückssymbolen?
Zu den ältesten Glücksboten gehört das Hufeisen. Schon die alten Germanen nahmen an, dass Hufeisen, die sie in freier Wildbahn fanden, von einem Pferd des sagenumwobenen wilden Heeres stammten und daher dem Finder Glück bringen. Auch Menschen in anderen Kulturkreisen glaubten an die positive Kraft des Hufeisens: Sie sollten den Finder vor Krankheiten und Unfällen bewahren und die Bewohner eines Hauses vor Feuer schützen.

Wer den Pfennig nicht ehrt…

Der Glückspfennig ist ein Symbol für Reichtum. Viele sahen ihn als kleinere Ausgabe des Tauftalers oder Weihgroschens an, den früher jeder Täufling von seinem Paten erhielt. Glückspfennige sollten Hexen, böse Geister und Krankheiten abhalten, daher wurden sie in Geldsäckchen mitgeführt, an der Kleidung befestigt oder an die Stalltüren genagelt.
Im wahrsten Sinne Glück hatte, wer ein Schwein besaß und damit auch in kargen Zeiten genug zu essen hatte. Der Schornsteinfeger oder Kaminkehrer ist ein Glücksbote aus jüngeren Tagen. Noch vor knapp 100 Jahren sehnten ihn die Menschen buchstäblich herbei, wenn der Kamin nicht mehr zog, das wärmende Feuer erlosch und keine warme Mahlzeit mehr zubereitet werden konnte. Vor allem in den Wintermonaten war ein gut geschürtes Herdfeuer überlebenswichtig. Mit der Reinigung befreite der Kaminkehrer den Schlot auch von feinen Rußpartikeln und verhinderte damit so manch verheerenden Brand.

Einmal im Jahr Glück verschenken

Kleeblatt

Kleeblatt

Glücksbringer sind also keinesfalls out. Im Gegenteil: Wer an seinen Talisman glaubt, denkt meist positiv, wird oft mutiger und verfolgt seine gesetzten Ziele. Kommt jetzt noch das berühmte Quentchen Glück dazu, steht dem inneren Glücksgefühl nichts mehr im Weg. Und genau diese Glücksgefühle möchte ich zu Beginn eines neuen Jahres verschenken. Als kleine Marzipan-Schweinchen, als Glücksklee oder in Form von kleinen Geschenken, die ich liebevoll mit Hufeisen oder kleinen Kaminfegern dekoriere. Wer weiß, was daraus wird…

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen besinnliche Weihnachtstage und ein gutes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2012.

Über Wolli

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