20. Mai 2012

Drunch – eine Idee wird Trend

„Einladung zum Drunch“, lese ich auf der liebevoll gestalteten Karte einer Freundin. Ein Rechtschreibfehler? Nein, keineswegs. Ein Drunch verbindet Lunch und Dinner und steht für eine gesellige, legere und kreative Esskultur. Eine Idee, die immer mehr Anhänger findet.

Es ist kurz nach 17.00 Uhr als ich die Altbauwohnung der Gastgeberin betrete. Aus der Küche duftet es herrlich und im Esszimmer ist der Tisch festlich gedeckt. Trotzdem erwartet mich heute kein feierliches Drei-Gänge-Menü. Stattdessen werde ich zum ersten Mal „drunchen“, und diese Kombination von Lunch und Dinner hat eigene, unkonventionelle Eigenschaften. Soviel haben mir die anderen Gäste schon mal verraten.

herzhafte Tartelettes

herzhafte Tartelettes

Im Gegensatz zum weithin bekannten Brunch, einer Kombination aus Frühstück (Breakfast) und Mittagessen (Lunch) beginnt ein Drunch immer erst zwischen 17.00 Uhr und 18.00 Uhr. Das hat ihm den etwas saloppen Beinamen ‚Brunch für Langschläfer‘ eingebracht. Dabei gehören nicht nur schlafbedürftige Partygänger und sofaverliebte Faulenzer zur wachsenden Drunch-Community. Vor allem Eltern und Kinder wissen die neue Esskultur zu schätzen. Familienausflüge und gesellige Stunden im Freundeskreis lassen sich so leicht miteinander verbinden. Hoch im Kurs steht das Event auch bei allen, die den Lifestyle lieben und beruflich Vollgas geben: Da jede Drunch-Party spätestens um 21.00 Uhr endet, muss kein Mitglied der Tafelrunde am nächsten Morgen mit Katerstimmung zum Arbeitsplatz taumeln. Vermutlich finden deshalb die meisten Lunch-Dinner an Sonntagen statt.

Die neue Esskultur kam, wen wundert’s, aus den USA nach Deutschland. Besonders populär ist das Drunchen in Frankreich. Die Franzosen gelten sogar als Vorreiter der europäischen Drunchkultur. Doch warum ist diese eher lässige Form des Speisens in Frankreich so beliebt? Einem Land, das immerhin als Wiege der Haute Cuisine gilt?

Petits Fours

Petits Fours

Die Antwort auf meine Frage liegt sprichwörtlich auf dem Silbertablett. Staunend betrachte ich die kunstvoll arrangierten Canapés, belegt mit Räucherlachs, Chorizo oder Ziegenkäse. Außerdem stellt unsere Gastgeberin kunterbunt gemischte Schälchen mit Salat, Rosmarinkartoffeln, kleinen Frikadellen, gegrillten Maiskolben, Pflaumen im Speckmantel und unterschiedlichen Dips auf den Tisch. Zum Verlieben lecker sind auch die Involtini mit Auberginen und Parmaschinken, die herzhaften Tartelettes und die Mini-Quiches. Zum Abschluss gibt es typisch amerikanische Mini-Cupcakes frischen Obstsalat, Käse und kleine Petits Fours.

Bei einem Drunch werden alle Gerichte als kleine Portionen serviert und auf Tablettes, Servierplatten oder in kleinen Schalen angerichtet. Damit erinnern die Speisen stark an spanische Tapas oder italienische Antipasti. Auf die Farben und Formen des verwendeten Tafelgeschirrs kommt es nicht an, der lebhafte Stilmix gibt dem Drunch seine legere, unkomplizierte Note. Viel Fingerspitzengefühl und Kreativität sind dagegen beim Arrangieren und Dekorieren der Speisen gefragt. Mehr denn je gilt: Das Auge isst mit. Zur Kreation des Abends wählen wir die Servierlöffel, auf denen unsere Gastgeberin die Pflaumen im Speckmantel angerichtet hat. Die kunstvoll geschwungene Form der Löffel erinnert an die Rialtobrücke in Venedig. Eine weitere Augenweide sind die farbigen, mit süßen Cremes und Obststückchen gefüllten Miniwaffeln.

Löffel Rialto

Löffel Rialto

Ein Drunch ist, abgesehen vom festen Start- und Finish, frei von Regeln und Einschränkungen. Es gibt keinen Dresscode und alle Traditionen, die sonst bei der Planung und Gestaltung eines modernen oder klassischen Menüs Beachtung finden, sind außer Kraft gesetzt. Auf die Drunch-Tafel kommt, was der Kühlschrank bietet. Hier reicht das Repertoire von schnell zubereiteten Snacks bis hin zu deftigem Fingerfood und feinen, anspruchsvollen Gerichten à la Haute Cuisine. Im Vordergrund steht die Geselligkeit, daher dürfen Gäste gerne ihr persönliches Lieblingsgericht zur Drunch-Party beisteuern. Es ist wahrlich keine Überraschung, dass die Franzosen diese schöne und zugleich zwanglose Art des Speisens so lieben!

Weckgläschen

Weckgläschen

Ortswechsel. In einem spanischen Szene-Restaurant haben sich vier befreundete Paare zum gemeinsamen Sonntagsdinner versammelt. Gespeist wird nicht à la carte, stattdessen stehen bunte Schälchen, ausgefallene Gläschen und Platten mit kunstvoll verzierten spanischen Spezialitäten auf dem Tisch. Ja, die Drunch-Gemeinschaft wächst und beschränkt sich längst nicht mehr auf Privathaushalte. Immer mehr Bar- und Restaurantbesitzer entdecken die neue Esskultur und nehmen sie in ihr Angebot auf. Vielleicht treffen wir uns ja demnächst an einem solchen Ort, in diesem Sinne: Happy Drunch!

 

Wolli und das Fest der Väter

Spieleabend im Landcafé. Welches Fest begehen wir seit 1936 jedes Jahr an einem Donnerstag?“, fragte meine Mutter und blickte frohlockend in die Runde. Ratlos schauen wir uns an…

Laugenprodukte

Laugenprodukte

„Einige feiern an diesem Donnerstag sogar zwei Feste“, hilft meine Mutter lächelnd weiter. Damit hat sie das entscheidende Stichwort gegeben, denn sofort erhellt sich bei einigen männlichen Mitgliedern der sonntäglichen Spielrunde die Miene. „Vatertag!“ ruft mein Tischnachbar siegessicher. „Quatsch, Christi Himmelfahrt“ fährt ihm ein anderer harsch über den Mund. „Beide haben recht“, beschwichtigt unser Gemeindepfarrer, der an diesem Abend zufällig Zeuge der sich anbahnenden Diskussion wird. Erstaunte Blicke wechseln die Runde. „Herr Pfarrer, Sie irritieren mich“, fasst mein Tischnachbar schließlich die allgemeine Verwunderung in Worte. „Ich dachte bisher, dass die Vertreter der Kirchen dem traditionellen Vatertag skeptisch gegenüber stehen oder ihn sogar ablehnen“. „Kritisch finde ich lediglich den oft maßlosen Alkoholgenuss am Vatertag“, stellt der Gemeindepfarrer klar. „Bei genauerer Betrachtung besitzen die beiden Feste sogar viele Gemeinsamkeiten“.

An Christi Himmelfahrt feiern katholische und protestantische Christen die Rückkehr von Jesus Christus zu seinem Vater. Die Thronbesteigung des auferstandenen Christi ist eines der Fundamente, auf die sich der christliche Glaube stützt. Daher ist Christi Himmelfahrt eines der höchsten Feste des Kirchenjahres.
Die Auffahrt, wie der Himmelfahrtstag in Liechtenstein und der Schweiz heißt, findet immer 40 Tage nach dem Osterfestkreis, also 39 Tage nach Ostersonntag statt. Daher fällt das christliche Fest auch stets auf einen Donnerstag. Die Zeitspanne von 40 Tagen zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt ist dabei nicht willkürlich festgelegt. An mehreren Stellen berichtet das Neue Testament, dass Jesus sich 40 Tage seinen Jüngern zeigte, ehe er in den Himmel auffuhr.

Mexikostange

Mexikostange

Schon im frühen Mittelalter verbrachten die Gläubigen den Himmelfahrtstag meist in der Natur. Sie hielten Gottesdienste im Freien ab und wanderten gemeinsam durch Feld und Flur. In einigen Regionen waren sogar Reiterprozessionen üblich. Sie sollten die Bauern vor Missernten schützen. Aus diesen Bräuchen entwickelten sich im 19. Jahrhundert die sogenannten „Herrenpartien“, also Ausflüge, an denen nur Männer teilnehmen durften.

Die Idee, einen Tag des Jahres den Vätern zu widmen, stammt der Überlieferung nach von einer jungen Amerikanerin, die vor etwa 100 Jahren in der Nähe von Washington lebte. Ursprünglich wollte sie den Father’s Day ihrem eigenen Vater widmen und sich auf diese Weise für die empfangene Fürsorge und Liebe bedanken. Rasch gewann der Ehrentag der Männer immer mehr Befürworter und verbreitete sich binnen weniger Jahre über den nordamerikanischen Kontinent bis nach Europa. Schon 1974 erkannte die amerikanische Regierung den Ehrentag der Väter als offiziellen Feiertag an. Seitdem feiern die US-Bürger den Father’s Day jedes Jahr am dritten Junisonntag.

In Deutschland dagegen ist der Vatertag bis heute kein offizieller Feiertag. Vielmehr haben sich einige traditionelle Christi Himmelfahrtsbräuche mit dem amerikanischen Father’s Day zu regional unterschiedlichen Vatertagsaktivitäten vermischt. So treffen sich in vielen Regionen Deutschlands am Himmelfahrtstag erwachsene, verheiratete und unverheiratete Männer zum zünftigen Ausflug ins Grüne. Meist nehmen auch Frauen an diesen feucht fröhlichen Landpartien teil, nur selten bleiben die Touren verheirateten Familienvätern vorbehalten.

Laugenstangen Variationen

Laugenstangen Variationen

Innerhalb unserer Spielgemeinschaft entbrennt eine rege Diskussion über die unterschiedlichen Bräuche am Vatertag. Während ein Teil der Gruppe gerne mit Bollerwagen und Gleichgesinnten über Stock und Stein zieht, möchten andere Mitglieder den Tag im Kreise ihrer Familie verbringen und für Wanderungen, Fahrradtouren und Picknicks nutzen. Alle gemeinsam vertreten wir die Ansicht, dass Christi Himmelfahrt und Vatertag wichtige Feste für die Gemeinschaft sind.
„Warum organisieren wir eigentlich keine gemeinsame Vatertagstour?“, wirft mein Tischnachbar plötzlich ein. Die Ausführungen des Pfarrers haben ihn offensichtlich auf eine Idee gebracht. „Du meinst feucht fröhlich mit Bier, Schnaps und Bollerwagen?“, fragt meine Mutter argwöhnisch zurück. „Nein. Ich denke an eine gemeinsame Wanderung und einem anschließenden großen Familienpicknick“, erklärt der Initiator. „So werden wir doch beiden Seiten gerecht“. Begeistert stimmen wir seinem Vorschlag zu. Im Nu rückt der Spieleabend in den Hintergrund, stattdessen widmen wir uns eifrig den Vorbereitungen des Vatertages.

Später, als ich im Büro meine Warenbestellung für die kommende Woche aufgebe, beschäftigt mich die Vatertagstour noch immer. Welche Backwaren eignen sich gut als Imbiss während der Wanderung? Zunächst streife ich ziellos durch den EDNA Onlineshop, dann fällt mein Blick auf die EDNA-Laugenstangen und die große Auswahl an Pizzazungen. Lecker sind auch die Mexiko-Stangen und die mit Hackfleisch gefüllte Snacktasche. Zum Schluss lege ich noch mehrere Kartons Schwäbische Laugenbrezeln, einen Karton mit FF Käsebrezeln und einen Karton mit FF Sprossenbrezeln in den Warenkorb, schließe meine Bestellung ab und lösche das Licht. Für unser leibliches Wohl am Vatertag ist schon einmal gesorgt.