18. November 2017

Angekommen

Dichte Staubwolken vernebeln den Parkplatz. Endlich hat der letzte Handwerker die Baustelle im Bauernhaus meiner Eltern verlassen. Unsere Spannung steigt. Heute treffen die ersten Pensionsgäste ein.

Noch ist der Geruch nach frischer Farbe, Reinigungsmitteln und neuen Möbeln allgegenwärtig. Doch schon in wenigen Stunden werden zum ersten Mal die Stimmen von Übernachtungsgästen durch das frisch renovierte Erdgeschoss im alten Bauernhaus meiner Eltern schallen. Nach über zwei Monaten Bauzeit kehren wir zur Normalität zurück, dann endlich gehören Staub, Lärm und Bauschutt der Vergangenheit an.
Es war ein langer Weg bis zur Fertigstellung der Frühstückspension. Mühsam kämpften Schlagbohrer gegen den Widerstand der massiven, zweihundert Jahre alten Wände, dagegen ergaben sich die blassblauen Bad- und Küchenfliesen schnell der brachialen Maschinengewalt. Alte Fenster wichen, neue, weiße Zimmerwände entstanden. Und unter der altersgrauen, verkratzten Oberfläche des Parketts schimmerte nach dem Abschleifen ein makelloser, honigfarbender Eichenboden hervor. Schritt für Schritt erhielt das 160 Quadratmeter große Erdgeschoss ein völlig neues Gesicht.

„Beeil Dich, in drei Stunden treffen die ersten Gäste ein!“

Cremeweiß, zartgelb oder hellapricot? Lange diskutierten meine Eltern über den Farbton der Wände in den neuen Gästezimmern. Schließlich entschied sich meine Mutter für mintgrün, außerdem erhielten die zehn Räume sattgrüne Vorhänge und passendfarbige Tagesdecken.
„Wolli, ist die Lieferung von EDNA schon da?“, ruft meine Mutter während sie die frisch gestärkte Tischwäsche im Frühstücksraum ausbreitet. „In drei Stunden treffen die Gäste ein!“ Tatsächlich ist es meiner Mutter bereits am Eröffnungstag gelungen, alle zehn Gästezimmer ihrer Pension zu vermieten. Geholfen hat ihr dabei eine Tourismusagentur aus unserer nahegelegenen Kreisstadt. „Ja“, antworte ich und versuche das Getöse des Staubsaugers zu übertönen. „Die Kartons sind vor wenigen Minuten eingetroffen. Soll ich sie auspacken und Dir alles in der Küche bereitlegen?“ „Ja bitte!“ schreit die frischgebackene Pensionsinhaberin aus dem Frühstücksraum und zerrt ungeduldig am Staubsaugerkabel. „Und beeil Dich!“

Pünktliche EDNA-Lieferung für das Frühstücksbuffet

Gourmet Frühstücksmix

Gourmet Frühstücksmix

Rasch hole ich ein scharfes Messer aus der Backstube, trage die Kartons in die neue Küche und beginne mit dem Auspacken. Zunächst befreie ich die in 12 Kammern unterteilte Teebox aus dem Karton. Anschließend folgen eine Müslileiter, drei Cerealienspender und ein Mischkarton mit EDNA-Marmeladen und Konfitüren. Im zweiten Karton sind ein Brötchenspender und mehrere 4 Liter-Saftdispenser sicher verpackt. Tabletts und mehrere Platten runden die Ausstattung ab. Die tiefgekühlten Knusperbrötchen, Mehrkornkrüstchen und sechsfach sortierte Bio-Gourmet-Frühstücks-Mix der EDNA Lieferung gelangen auf dem kürzesten Wege in die Tiefkühltruhe. Nicht fehlen darf natürlich auch das süße FF-Frühstücksbrötchen, das im Landcafé ebenfalls sehr gerne gekauft wird.

Nun heißt es warten…

Drei Stunden später, um kurz vor 18.00 Uhr, ist alles fertig. Sichtlich ermattet greift meine Mutter nach einem Glas Mineralwasser und lässt sich auf einen der Stühle im neuen Frühstücksraum fallen. „Jetzt werden die Gäste gleich an der Haustür läuten“, meint sie und schaut prüfend auf ihre Armbanduhr. Die Minuten verstreichen, unsere Spannung steigt. „Wie viele Gäste haben sich eigentlich angesagt? will mein Vater wissen. „Eine Gruppe mit 18 Personen“, antwortet meine Mutter. Die Minuten verstreichen. Es wird zwanzig nach sechs, dann halb sieben, schließlich schlägt die Turmuhr der nahegelegenen Kirche sieben Mal. Es hat stark zu regnen begonnen, gleichzeitig peitscht heftiger Wind gegen Mutters sorgfältig geputzte Fensterscheiben.
Was ist, wenn sie sich für eine andere Unterkunft entschieden haben und alle Mühe für umsonst war? Nein, daran mag im Augenblick keiner denken. „Da sind sie!“ruft meine Mutter als plötzlich im Hof das Licht aufleuchtet. Abrupt springt sie von ihrem Stuhl auf und rennt zur Haustür. Draußen im Hof bleibt weiter alles still, nur das Prasseln der Regentropfen ist zu hören. „Die Katze ist in die Reichweite des Bewegungsmelders gelaufen“, murmelt meine Mutter enttäuscht als in den Frühstücksraum zurückkehrt.
Wir beschließen nicht länger zu warten. Während sich meine Eltern in ihr Wohnzimmer zurückziehen, bereite ich Salat, Gurken, Eier und Tomaten für den morgigen Sandwichverkauf vor. In diesem Augenblick nehme ich Stimmen aus dem Obstgarten wahr. Treffen da etwa die Pensionsgäste ein? Eilig öffne ich die Tür, die von der Backstube in den Garten führt und laufe hinaus. Ein vom Regen durchnässter Mann in langer, schwarzer Radlerhose, kurzärmeligen T-Shirt und mit einem weißen Fahrradhelm auf dem Kopf kommt mir entgegen. „Hallo sind Sie Wolli?“, ruft er mir zu während er sich vor Kälte schüttelt. „Entschuldigen Sie bitte unsere Verspätung, wir haben Zimmer in Ihrer Pension gebucht“.

Mutters heiße Suppe bringt die Lebensgeister zurück

Brottöpferl

Brottöpferl

Wenige Minuten später lerne ich auch die anderen 17 durchnässten Radler der Gruppe kennen. Gemeinsam waren sie vor zwei Tagen zu einer mehrtägigen Radtour aufgebrochen Während mein Vater ihnen hilft die regennassen Räder im Schuppen unterzustellen, kocht meine Mutter eine bereits vorbereitete deftige Bohnensuppe im Brottöpferl für ihre ersten, sichtlich wärmebedürftigen Pensionsgäste. Dazu gibt es eine große Käse- und Wurstplatte, knusprige Steinofenbaguettes, Brot aus dem Bio-Brot-Sortiment von EDNA, verschiedene Salatvariationen und frisches Obst. Gegen 21.00 Uhr versammeln sich die Radler frisch geduscht im Frühstücksraum. Hier hat inzwischen der Kamin für behagliche Wärme gesorgt. Während die Radler hungrig über Mutters Bohnensuppe herfallen, berichten sie uns von ihren Abenteuern und Anekdoten, die sie auf den gemeinsamen Radreisen erlebt haben. Die letzte große Tour führte sie im vergangenen Herbst auf dem europäischen Fernradweg von München nach Prag.
Na, wie findest Du Deine ersten Pensionsgäste? frage ich meine Mutter als wir später die Küche aufräumen. „Toll“ schwärmt sie und strahlt mich an. „Sie sind genauso, wie ich mir meine Gäste gewünscht habe“.

Über Wolli

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