18. November 2017

And the oscar goes to…

Bagel

Bagel

Könnte ich einen Oscar in der Kategorie ‚Herzhafte Snacks für alle Gelegenheiten‘ vergeben, mein Mann in Gold ginge an den Bagel. Mal süß mit Zimtrosinen, mal deftig mit Salami, Käse Tomate, Gurke und Salat. Einfach lecker! Eine Offenbarung ist auch mein selbstkreierter Edel-Bagel: Außen zart gebräunt und knusprig, verbirgt sich in seinem Inneren ein köstlicher Mix aus gebeiztem Lachs, frischem Rucola, einer pikanten Honig-Senfsauce, mildem Frischkäse, gehackten Kräutern und kleinen Zwiebelstückchen.

Meine erste Bekanntschaft mit dem Bagel

Ich erinnere mich noch genau an das Amerikanische Restaurant, in dem ich meinen ersten Lachsbagel gegessen habe. Damals, als Student während eines Praktikums in Oregon. Seitdem kann ich auf die knusprigen Kringel aus Hefeteig nicht mehr verzichten. Oft probiere ich in meiner Küche neue herzhafte Bagel-Kreationen aus, mit denen ich dann später Freunde und Partygäste überrasche. Leider werden Bagels noch immer der amerikanischen Snack-und Fastfood-Kultur zugerechnet. Zu Unrecht! In Wirklichkeit sind sie Lichtjahre entfernt von fetttriefenden Burgern, Pizzen, Pommes oder anderen Errungenschaften der amerikanischen Junk-Food-Generation. Doch halt: Wer behauptet eigentlich, dass die handtellergroßen Gebäckringe mit dem charakteristischen Loch in der Mitte eine Erfindung der amerikanischen Fastfood-Protagonisten sind?

Friedensstifter Bagel – oder wie der Bagel einen Feldherrn erfreute

Tatsächlich kommt der Bagel aus Mitteleuropa und ist ein traditionell jüdisches Gebäck. Darauf deutet schon sein Name hin: So leitet sich das Wort Bagel vom jiddischen Begriff ‚‘Bejgel‘ ab und steht für gebogenes Stück oder Steigbügel. Der Legende nach schenkte ein in Wien lebender jüdischer Bäckermeister dem damaligen polnischen Feldherrn Jan Sobiesky frischgebackene Bagels. Mit dieser Geste bedankte sich der Bäcker bei Sobiesky für die Befreiung Polens von der türkischen Besatzung im Jahr 1683. Der polnische Feldherr und Pferdeliebhaber Sobiesky freute sich anscheinend sehr über die wie Steigbügel oder Hufeisen geformten Teigkringel, im Wiener Dialekt als ‚Biagl‘ bezeichnet. Über ihn gelangten die Bagel nach Polen und gehörten bald zum beliebtesten Gebäck osteuropäischer Juden. Jüdische Aussiedler machten die Bagels später in den heutigen USA und in Kanada bekannt. Seit etwa zwanzig Jahren sind die Hefeteigringe auch in Deutschland erhältlich.

Alles begann am Schabbat

Erstaunlicherweise hängt die zeitaufwändige Herstellung der Bagels direkt mit dem jüdischen Schabbat zusammen. Da an diesem religiösen Ruhetag auch Tätigkeiten wie Kochen und Backen verboten sind, bereiten jüdische Hausfrauen den Bagelteig traditionsgemäß am Vortag des Schabbats zu. Anschließend ruht der Hefeteig mehr als 24 Stunden an einem kühlen Ort. Nach der Gärung wird der Teig in Honig gekocht, zu den bekannten Teigkringeln geformt und schließlich gebacken. Das Loch in der Mitte erleichtert den Transport der Heferinge. Ihre knusprige und zugleich weiche und saftige Konsistenz verdanken die Bagels in erster Linie dem Honigbad. Außerdem wird bei der Zubereitung des speziellen Hefeteiges kein Fett verwendet.

And the Winner is..

Bagel natur

Bagel natur

Auch EDNA hat Bagels in ihrem umfangreichen Sortiment. Besonders beliebt sind die Natur-Bagels und die Sesam-Bagels. Ausgesprochen lecker ist auch der Vitalkorn-Bagel. Bagel-Liebhaber, die wie ich den würzig mediterranen Geschmack schätzen, sei die Bagel-Variante Everything mit Mohn, kleinen Zwiebelstückchen und einem Hauch Knoblauch empfohlen, der in einer Mischkiste mit vorgeschnittenen Bagels in drei verschiedenen Sorten erhältlich ist. Übrigens: Alle, die den unnachahmlichen Geschmack der Hefeteigkringel noch entdecken möchten, sollten das Rezept des Monats Februar ausprobieren. Stark Oscar-verdächtig! Wer ist noch der Meinung?

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